Der Dart

Wie setzt sich ein Dart zusammen? Eine simple Frage, welche aber besonders für Anfänger nützlich sein kann.

Ein Dart besteht aus mehreren Teilen: Spitze – Barrel – Shaft – Flight

Spitze:

So simpel und doch so wichtig. Ohne die Spitze hält kein Dart im Board. Logisch soweit.. Deshalb gilt im Steeldart auch: Die Spitzen des Darts muss die Scheibe berühren, damit deine geworfene Punktzahl zählt.
Die Spitze beim Steeldart besteht aus einem harten und sehr widerstandsfähigem Material. In den meisten Fällen gehärtetem Stahl. Mittlerweile gibt es diese in unterschiedlichen Farben. Auch die Oberfläche ist nicht mehr, wie das früher der Fall war, immer nur glatt. Leichte Rillen und ähnliches erhöhen den Halt im Board und geben Spielern, welche den Dart an der Spitze halten, einen Orientierungspunkt.
Zuletzt ging es soweit, dass Spitzen mit einer sogenannten Diamantoberfläche auf den Markt kamen. Bekannt zum Beispiel vom PDC-Spieler Simon Whitlock. Da diese aber das Board innert kürzester Zeit völlig zerstören, sind diese häufig nicht gern gesehen. Kürzlich wurden Sie von der PDC ab der Saison 2024 verboten.
Auch in der Länge gibt es massive Unterschiede. Üblich sind Spitzen um die 30mm. Mittlerweile gibt es aber sogar 60mm lange Spitzen. Wenn du langsam zu deinem Spiel findest, kann es sich auch lohnen unterschiedliche Längen zu testen. Diese beeinflussen extrem den Winkel, wie der Dart schlussendlich im Board steckt. In der Regel gilt: Umso länger die Spitzen, desto mehr ‚hängt‘ der Dart im Board. Ausserdem steckt der Dart bei etwas längeren Spitzen nicht so tief im Board. Gerade bei dicken Barrels kann das dafür sorgen, dass mehr Platz im Triple bleibt. Stell dir vor du hast zwei Darts im in der Triple 20 und es hat keinen Platz für den dritten Dart.. 😉
Steeldart Spitzen musst du mit einem Spitzenwechsler austauschen. Diese funktionieren ähnlich wie eine Drehbank. Seit einiger Zeit gibt es von Target das sogenannte ‚Swiss Point‘ System. Bei diesem System kannst du die Spitzen in wenigen Sekunden mit einem kleinen Tool tauschen. Ideal um die richtige Spitzenlänge für dich zu finden.

Beim Softdart bestehen die Spitzen aus einem weichen Kunststoff, meistens PVC. Anders als beim Steeldart muss die Spitze nicht im Board bleiben. Die Punkte zählen also auch, wenn der Dart zu Boden fällt.
Auch hier gibt es mittlerweile unterschiedliche Farben, und Varianten. Da die Darts hier immer flach im Board stecken, beeinflusst die Länge nicht das Steckverhalten. Auch die Rillen in den Spitzen dienen hauptsächlich als Orientierung für den Spieler.
Nicht jede Spitze hält gleich lange. Und nicht jede Spitze bleibt gleich gut stecken. Manche Spitzen halten besser im Board X, andere besser im Board Y. Grundsätzlich gilt: Probiere einfach mal aus, was dir am besten passt. Das Niveau werde die Spitzen nur minim beeinflussen.

Barrel:

Der Barrel ist das Herzstück des Darts. Dieses Teil hältst du, normalerweise, in der Hand. Das Gewicht, die Gewichtsverlagerung, die Form, die Länge.. All das beeinflusst das Flugverhalten.

Das Material:
Ein Dart besteht fast immer aus Messing (Brass) oder Wolfram (Tungsten). Es gibt noch wenige Ausnahmen ganz billiger Darts die beispielsweise aus Nickel herstellt werden. Diese sind aber nicht lange haltbar und dadurch auch im Verschleiss, z.b. des Gewindes nicht wirklich geeignet.
Einfach gesagt gilt:
Tungsten hat eine höhere Dichte, ist also schwerer. Dadurch lassen sich die Darts schmaler und schwerer bauen, was zu einem angenehmeren Wurfgefühl, mehr Kontrolle und weniger Platzverbrauch im Board führt. Brass Darts lohnen sich.. naja, eigentlich gar nicht. Ausser man spielt so selten, dass man keine 29 CHF für ein Set Dart ausgeben möchte. Denn auch Tungsten Darts sind in einer guten Verarbeitung bereits für knapp unter 30 CHF erhältlich. Und du wirst definitiv bessere Ergebnisse erzielen wenn du mit Tungsten Darts spielst.

Das Gewicht:

Beim Steeldart ist ein Barrelgewicht (Wichtig, die Gewichtsangabe bei Steeldarts erfolgt in der Regel nur für das Barrel, also ohne Flight und Shaft) von circa 21-26g üblich. Natürlich gibt es auch Ausnahmen nach unten und oben, was aber nur in diesen absoluten Ausnahmefällen Sinn macht.
Als Faustregel gilt: Umso härter dein Wurf, also umso mehr Zug darin ist, desto leichter kann und sollte der Dart sein. Hast du noch keine Idee was das richtige für dich ist, machst du meistens mit 23g nicht viel falsch.

Die Form:

Die Form des Barrels wird meistens in eine der folgenden Formen unterteilt:
Zylinder: Der Dart ist eher schmal und sehr gerade.
Konisch: Der Dart wird nach vorne schmaler.
Tropfen: Der Dart ist vorne eher etwas dicker.
Torpedo: Der Dart ist in der Mitte eher etwas dicker und wird nach vorne und hinten schmaler.
Ausserdem gibt es Darts mit einer Art Griffmulde. Sitzt diese genau da wo du den Dart hältst, hast du eine perfekte Kontrolle und hältst den Dart auch immer an der selben Stelle.
Es gibt kein richtig oder falsch. Teste am besten verschiedene Formen über längere Zeiträume um zu merken, was für dich das Beste ist.

Der Grip:

Knurled, Ringed, Pixel, Diamant, Micro.. Das sind nur ein paar wenige der verschiedenen Grip Arten. Immer mehr werden auch mehrere Varianten vermischt oder man findet auf einem Dart verschiedene Grip Zonen.
Manche Spieler bevorzugen einen extrem aggressiven Grip wie z.b. den Diamantgrip, andere wollen einfachen Ring Grip oder gar einen Dart mit fast ohne Grip. Zu Beginn bietet sich ein Standard Ring Grip an. Häufig passt dieser perfekt und in der Anschaffung sind diese Darts in der Regel auch die günstigsten. Umso komplexer der Grip, desto aufwändiger in der Herstellung und daher auch teurer. Wenn du irgendwann merkst, dass du lieber mehr Grip hast, kannst du zu einem späteren Punkt immer noch auf einen teureren Dart wechseln. Bis dahin weist du auch besser, welche anderen Eigenschaften der Dart für dich haben sollte.

Shaft:

Der Shaft ist das Teil direkt hinter dem Barrel. In den meisten Fällen kommt dieser mit einem 2ba Gewinde. Du kannst diese also auch Markenübergreifend mit Barrels kombinieren.
Die Shafts erhältst du in verschiedenen Materialien. Am gängigsten sind Nylon, Aluminium und Carbon. Auch Titanium Shafts sieht man immer häufiger. Der Shaft ist klassisches Verbrauchsmaterial. Wenn dieser bricht, ist also nicht gleich der komplette Dart futsch. Einfach einen neuen Shaft reinschrauben und weiter geht es.
Preislich gibt es grössere Unterschiede, besonders bezüglich Material. Titanium Shafts beispielsweise sind sehr langlebig, kosten dafür auch in der Anschaffung deutlich mehr.

Bezüglich Flugverhalten ist besonders die Länge entscheidend. Je länger der Shaft, desto mehr verändert sich der Schwerpunkt des Darts. Je nachdem wo du den Dart hältst, wie du den Dart los lässt, usw. macht also ein längerer oder kürzerer Shaft Sinn. Hier empfiehlt sich zu Beginn z.b. drei verschiedene Längen zu testen. Viele Shaftmodelle, wie z.b. die beliebten Pro Grip von Target sind in den kürzen ‚Short‘, ‚Intermediate‘ und ‚Medium‘ erhältlich. Ein Set kostet dabei meist unter 2.-, wodurch sich das günstig testen lässt. Du wirst sehen, wie sich das Flugverhalten und auch die Art wie der Dart im Board steckt, verändert.

Flight:

Am Ende des Darts findest du den Flight. Dieser sorgt für die Stabilität während des Flugs. Damit sind wir auch direkt beim wichtigsten Unterschied:
Es gibt mittlerweile viele unterschiedliche Formen. Je nach Form, fliegt der Dart schneller, steckt er anders und liegt vor allem stabiler in der Luft. Für Beginner ist die Standard (No2) Form meistens eine gute Wahl. Diese hat eine vergleichsmässig grosse Fläche, wodurch der Dart stabil in der Luft liegt. Kleine Formen wie z.b. Ten-X (von Target), oder auch die älteren bekannten Vapor, und Pear Formen, lassen den Dart schneller fliegen, was bei einem sehr exakten Wurf dazu führen kann, dass du präziser wirst. Dafür verzeihen diese Formen praktisch keine Fehler in der Technik. Wir landen auch hier wieder beim Punkt: Teste einfach verschiedene Arten von Flights. Diese sind, wie auch die Shafts, günstig erhältlich. In guten Dartshops kannst du direkt nach verschiedenen Formen filtern, sodass du dir unterschiedliche aussuchen kannst, um diese zu testen.

Die meisten Flights werden aus Kunststoff hergestellt. Dieses Material nutzt sich beim Kontakt mit einem heranfliegenden Dart relativ schnell ab. Sei also vorbereitet und halte immer Ersatzflights bereit. Wie auch bei den Shafts sind die meisten Sets für unter 2.- erhältlich.
Mittlerweile gibt es auf dem Markt viele sogenannte ‚Moulded‘ Flights. Diese sind dicker und halten deutlich länger. Ausserdem bleiben diese länger in einem schönen 90Grad Winkel, sodass die Flugbahn nicht beeinflusst wird. Moulded Flights sind zwar etwas teurer, halten dafür wie erwähnt deutlich länger. Durch das etwas höhere Gewicht, wird auch die Flugbahn stabiler. Auch ein Grund, warum immer mehr Profis auf dieses System umsteigen.

Zu guter Letzt geben die Flights deinem Dart optisch das gewisse etwas. Du kannst zwischen unzähligen verschiedenen Designs aussuchen. Unsere Meinung: Such dir etwas aus, was dir auch gut gefällt. Umso besser dir dein Dart gefällt, desto mehr Spass hast du damit. Und umso mehr Spass du hast, desto besser wird dein Spiel! 🙂

Fazit:

Der Dart wird aus mehreren Komponenten zusammen gestellt. Nur weil ein bestimmter Shaft bei einem neuen Dart mitgeliefert wird, heisst das nicht, dass du auch genau diesen verwenden musst. Bei jedem einzelnen Komponenten gilt: Probieren, Testen, Spielen! Was genau das richtige Setup für dich ist, merkst du erst nach Tagen, Wochen, Monaten.
Wir empfehlen zu Beginn: Teste ein günstiges Tungsten Set und tausche Flights und Shafts mit unterschiedlichen Längen und Formen aus. Spiele damit eine Weile (nicht nur ein paar Minuten). Mit der Zeit bekommst du ein Gefühl dafür, was für dich besser stimmt und was weniger. Eine 180 in der zweiten Aufnahme muss nicht bedeuten, dass der Dart perfekt passt. Gut möglich, dass darauf eine 26 folgt. Nimm dir die Zeit und teste über mehrere Stunden verteilt auf mehrere Tage.